
Die Frage, die mir am häufigsten gestellt wird: "Was kann ich als [Gewerk] pro Stunde verlangen?" Die Antwort ist komplexer als eine Zahl – aber ich gebe Ihnen konkrete Orientierungswerte für 2026.
Wichtig vorab: Stundensatz ≠ Stundenlohn
Ihr Stundensatz ist NICHT das, was Sie pro Stunde verdienen. Er muss abdecken:
- Ihren Bruttolohn (was Sie sich auszahlen)
- Sozialabgaben und Versicherungen
- Werkzeug, Fahrzeug, Büro
- Nicht-produktive Zeit (Angebote, Fahrt, Büro)
- Urlaub, Krankheit, Feiertage
- Gewinn und Rücklagen
Stundensätze nach Gewerk (Richtwerte 2026)
Elektriker / Elektroinstallateur
- Durchschnitt: 55–75€ netto/Stunde
- Spitze (Spezialisierung): 80–110€ (Smart Home, KNX, Photovoltaik)
- Warum relativ hoch: Hohe Verantwortung, strenge Vorschriften, Meisterpflicht
SHK (Sanitär, Heizung, Klima)
- Durchschnitt: 55–75€ netto/Stunde
- Spitze: 80–100€ (Wärmepumpen-Spezialisten, Notdienst)
- Trend: Steigende Nachfrage durch Energiewende = steigende Preise
Maler & Lackierer
- Durchschnitt: 42–58€ netto/Stunde
- Spitze: 65–85€ (Fassade, Restaurierung, Spezialeffekte)
- Problem: Hoher Wettbewerb, viele kalkulieren zu niedrig
Tischler / Schreiner
- Durchschnitt: 50–68€ netto/Stunde
- Spitze: 75–100€ (Möbelmanufaktur, Restaurierung)
- Tipp: Möbelstücke mit festem Preis statt Stundensatz verkaufen
Verdienst du genug? Finde es in 2 Minuten heraus.
Unser kostenloser Stundensatz-Rechner zeigt dir, ob dein Stundensatz marktgerecht ist – und wie viel Umsatz du möglicherweise liegen lässt.
Fliesenleger
- Durchschnitt: 48–65€ netto/Stunde
- Spitze: 70–90€ (Naturstein, Mosaik, Großformat)
Dachdecker
- Durchschnitt: 55–72€ netto/Stunde
- Spitze: 80–100€ (Energetische Sanierung, Notdienst)
- Warum: Gefährliche Arbeit, weniger Wettbewerb, saisonale Nachfrage
Trockenbauer / Innenausbau
- Durchschnitt: 42–55€ netto/Stunde
- Spitze: 60–75€ (Akustikbau, Brandschutz)
So berechnen Sie IHREN individuellen Stundensatz
Die Richtwerte oben sind Orientierung – Ihr persönlicher Stundensatz hängt von Ihren individuellen Kosten ab. Die Formel:
Stundensatz = (Alle Jahreskosten + Gewünschter Gewinn) ÷ Produktive Stunden pro Jahr
Produktive Stunden sind typischerweise nur 1.200–1.400 Stunden pro Jahr (nicht 2.000!).
3 Fehler bei der Stundensatz-Kalkulation
- Zu viele produktive Stunden ansetzen: Fahrt, Büro, Angebote = nicht-produktiv
- Gewinn vergessen: Ihr Lohn ist nicht Ihr Gewinn. Gewinn bildet Rücklagen
- Am Wettbewerb orientieren: Was andere verlangen, hat nichts mit Ihren Kosten zu tun
Nutzen Sie unseren kostenlosen Stundensatz-Rechner
Auf der MeisterWerk-Akademie haben wir einen kostenlosen Stundensatz-Rechner entwickelt, der Ihren individuellen Mindeststundensatz auf Basis Ihrer tatsächlichen Kosten berechnet. In 3 Minuten wissen Sie, was Sie verlangen müssen.
Fazit
Ihr Stundensatz ist keine Verhandlungssache – er ist Mathematik. Wer unter seinem kalkulierten Mindestsatz arbeitet, zahlt drauf. Lieber einen Auftrag ablehnen als unter Wert arbeiten.


