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Kalkulation11 Min. Lesezeit

Stundensätze im Handwerk 2026: Was Elektriker, SHK, Maler & Co. wirklich verdienen

Pascal Hangard15. April 2026
Stundensätze im Handwerk 2026: Was Elektriker, SHK, Maler & Co. wirklich verdienen

Die Frage, die mir am häufigsten gestellt wird: "Was kann ich als [Gewerk] pro Stunde verlangen?" Die Antwort ist komplexer als eine Zahl – aber ich gebe Ihnen konkrete Orientierungswerte für 2026.

Wichtig vorab: Stundensatz ≠ Stundenlohn

Ihr Stundensatz ist NICHT das, was Sie pro Stunde verdienen. Er muss abdecken:

  • Ihren Bruttolohn (was Sie sich auszahlen)
  • Sozialabgaben und Versicherungen
  • Werkzeug, Fahrzeug, Büro
  • Nicht-produktive Zeit (Angebote, Fahrt, Büro)
  • Urlaub, Krankheit, Feiertage
  • Gewinn und Rücklagen

Stundensätze nach Gewerk (Richtwerte 2026)

Elektriker / Elektroinstallateur

  • Durchschnitt: 55–75€ netto/Stunde
  • Spitze (Spezialisierung): 80–110€ (Smart Home, KNX, Photovoltaik)
  • Warum relativ hoch: Hohe Verantwortung, strenge Vorschriften, Meisterpflicht

SHK (Sanitär, Heizung, Klima)

  • Durchschnitt: 55–75€ netto/Stunde
  • Spitze: 80–100€ (Wärmepumpen-Spezialisten, Notdienst)
  • Trend: Steigende Nachfrage durch Energiewende = steigende Preise

Maler & Lackierer

  • Durchschnitt: 42–58€ netto/Stunde
  • Spitze: 65–85€ (Fassade, Restaurierung, Spezialeffekte)
  • Problem: Hoher Wettbewerb, viele kalkulieren zu niedrig

Tischler / Schreiner

  • Durchschnitt: 50–68€ netto/Stunde
  • Spitze: 75–100€ (Möbelmanufaktur, Restaurierung)
  • Tipp: Möbelstücke mit festem Preis statt Stundensatz verkaufen

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Fliesenleger

  • Durchschnitt: 48–65€ netto/Stunde
  • Spitze: 70–90€ (Naturstein, Mosaik, Großformat)

Dachdecker

  • Durchschnitt: 55–72€ netto/Stunde
  • Spitze: 80–100€ (Energetische Sanierung, Notdienst)
  • Warum: Gefährliche Arbeit, weniger Wettbewerb, saisonale Nachfrage

Trockenbauer / Innenausbau

  • Durchschnitt: 42–55€ netto/Stunde
  • Spitze: 60–75€ (Akustikbau, Brandschutz)

So berechnen Sie IHREN individuellen Stundensatz

Die Richtwerte oben sind Orientierung – Ihr persönlicher Stundensatz hängt von Ihren individuellen Kosten ab. Die Formel:

Stundensatz = (Alle Jahreskosten + Gewünschter Gewinn) ÷ Produktive Stunden pro Jahr

Produktive Stunden sind typischerweise nur 1.200–1.400 Stunden pro Jahr (nicht 2.000!).

3 Fehler bei der Stundensatz-Kalkulation

  • Zu viele produktive Stunden ansetzen: Fahrt, Büro, Angebote = nicht-produktiv
  • Gewinn vergessen: Ihr Lohn ist nicht Ihr Gewinn. Gewinn bildet Rücklagen
  • Am Wettbewerb orientieren: Was andere verlangen, hat nichts mit Ihren Kosten zu tun

Nutzen Sie unseren kostenlosen Stundensatz-Rechner

Auf der MeisterWerk-Akademie haben wir einen kostenlosen Stundensatz-Rechner entwickelt, der Ihren individuellen Mindeststundensatz auf Basis Ihrer tatsächlichen Kosten berechnet. In 3 Minuten wissen Sie, was Sie verlangen müssen.

Fazit

Ihr Stundensatz ist keine Verhandlungssache – er ist Mathematik. Wer unter seinem kalkulierten Mindestsatz arbeitet, zahlt drauf. Lieber einen Auftrag ablehnen als unter Wert arbeiten.

PH

Pascal Hangard

Gründer der MeisterWerk-Akademie, 25 Jahre selbstständiger Handwerker

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