
Irgendwann kommt der Punkt, wo Sie nicht mehr alles alleine schaffen. Subunternehmer einsetzen ist eine der schnellsten Möglichkeiten, Ihren Betrieb zu skalieren – aber auch eine der riskantesten, wenn Sie es falsch machen.
Wann Subunternehmer Sinn machen
- Sie haben mehr Aufträge als Kapazität
- Sie brauchen Spezialwissen, das Sie nicht haben (z.B. Elektro bei einem Malerauftrag)
- Saisonale Spitzen abfangen, ohne fest einzustellen
- Größere Projekte annehmen, die Sie allein nicht stemmen
Rechtliche Grundlagen: Scheinselbstständigkeit vermeiden
Das größte Risiko bei Subunternehmern: Scheinselbstständigkeit. Wenn das Finanzamt oder die Rentenversicherung feststellt, dass Ihr Sub eigentlich ein verdeckter Angestellter ist, wird es richtig teuer.
Merkmale der Scheinselbstständigkeit:
- Sub arbeitet nur für Sie (keine anderen Auftraggeber)
- Sub benutzt Ihr Werkzeug und Material
- Sie geben Arbeitszeiten und -ort vor
- Sub hat keine eigenen Mitarbeiter
- Sub tritt nicht eigenständig am Markt auf
So schützen Sie sich:
- Schriftlicher Werkvertrag mit konkreter Leistungsbeschreibung
- Sub stellt eigene Rechnungen mit eigener Steuernummer
- Sub bringt eigenes Werkzeug mit
- Keine Weisungsbefugnis bezüglich Arbeitszeit und -ablauf
- Statusfeststellungsverfahren bei der Rentenversicherung beantragen (kostenlos!)
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Den richtigen Subunternehmer finden
- Empfehlungen von Kollegen sind Gold wert
- Handwerkskammer-Verzeichnis nutzen
- Referenzen und abgeschlossene Projekte zeigen lassen
- Versicherungsnachweise einfordern (Haftpflicht!)
- Probeauftrag mit kleinem Projekt starten
Der richtige Vertrag
Ein Werkvertrag mit Subunternehmer sollte mindestens enthalten:
- Genaue Leistungsbeschreibung (was, wo, wann)
- Vergütung und Zahlungsbedingungen
- Gewährleistungsbedingungen
- Haftungsregelungen
- Versicherungsnachweise
- Geheimhaltungsklausel (Kundendaten!)
Preisgestaltung: Was kostet ein Sub?
Kalkulieren Sie mit einem Aufschlag von 15–25% auf die Sub-Kosten. Das deckt Ihr Risiko, die Koordination und Ihre Gewährleistung gegenüber dem Endkunden.
Die 3 häufigsten Fehler
- Kein schriftlicher Vertrag: Mündliche Absprachen sind vor Gericht wertlos
- Keine Qualitätskontrolle: Prüfen Sie die Arbeit Ihres Subs, bevor der Endkunde sie sieht
- Zu günstige Subs: Billig-Subs liefern Billig-Qualität – und Sie haften
Fazit
Subunternehmer sind ein mächtiges Werkzeug zur Skalierung Ihres Betriebs. Aber nur, wenn Sie es rechtssicher und professionell aufziehen. Investieren Sie in gute Verträge und Qualitätskontrolle – das zahlt sich hundertfach aus.

